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Tipi- Lager Mitakuye Oyasin

 

 

„Mitakuye Oyasin“ ist ein Schlüsselwort der Lakota-Indianer und bedeutet so viel wie „ich bin mit Allem verwandt“. Dies verdeutlicht dass es im Weltbild der Indianer keine Trennung zwischen Mensch und Umwelt gibt. Alles ist Eins, alles ist göttlich und heilig. Die SSW mit allen Kindern und Betreuern beider Wohngruppen erlebte in diesem Jahr eine ganz besondere Lagerwoche in Krattigen im Berner Oberland. Die Gruppe verweilte als Indianer im Tipicamp Wildspur und erfuhr eine Menge Naturerlebnisse.

 
   
 

Am Montag bei der Ankunft der zukünftigen Indianer im Camp wurden diese durch die einheimischen Bewohner feierlich am heiligen Feuer mit dem Lied „Mitakuye Oyasin“ begrüsst. Anschliessend stellten sie die geltenden Verhaltensegeln vor und führten die Gruppe mit einem Rundgang durchs Camp, wobei den Kindern und Erwachsenen die Küche, die Openair-Dusche, die Toiletten, das „Viertelami Seeli“ und die Tipis präsentiert wurden. Nach dem Mittagslunch konnten sich die Kinder in ihren zugewiesenen Tipis wohnlich einrichten und endlich das Areal auf eigene Faust erkunden. Es gab einiges zu entdecken und auszuprobieren, unter anderem eine schaurige Höhle, eine Waldschaukel und ein Schwungseil. Auch wurde schon fleissig Holz gesammelt um das Feuer für das Abendessen anzuheizen. Am geselligen Nachtmahl wurden die neugebackenen SSW-Indianer von einem aussergewöhnlichen Regenguss überrascht, welches in dieser Art seit langem nicht mehr im Camp erlebt wurde. Dies deutete die Gruppe als Begrüssung Manitus im Tipicamp.  Der Tag wurde am heiligen Feuer mit den selbstgebastelten Trommeln und Gesang abgerundet und zum Einläuten der Nachtruhe gab es noch eine kurze indianische Geschichte.

 
   
 

Die kommenden Tage gestalteten sich sehr kreativ und aktiv. Die Kinder konnten zwischen verschiedenen Workshops und Aktivitäten ihr Tagesprogramm selbst bestimmen. Es gab für jeden etwas Ansprechendes und keinem wurde langweilig. Beispielsweise gab es fleissige und sehr kreative Schmuckhersteller oder Traumfängerbastler. Auch konnte jeder ein persönliches Indianer-Shirt gestalten, welches dann von einigen sogleich getragen wurde. Weiter konnten Pfeil und Bogen und der dazugehörige Köcher angefertigt werden. Indianische Spiele herzustellen gab es im Angebot, ebenso wie Trommeln, Singen und Tanzen. Bewegungsspiele, eine Schnitzeljagd und die Wanderung zu einer Hängebrücke sorgten für die körperliche Aktivität. Einige Kinder genossen es, den ganzen Tag im Areal zu verweilen, zu klettern, toben, spielen, schaukeln und vieles mehr.

 
   
 

Ein besonderes Highlight stellte für alle Lagerteilnehmer die Openair-Dusche dar, welche am Dienstag und Donnerstag „genossen“ wurde. Dafür musste ein riesiger Wasserkessel bereits vier Stunden zuvor mit einem grossen Feuer erwärmt werden, damit genug warmes Wasser zum Duschen vorhanden war. Leider regnete es an jedem Tag immer einmal, was sich bei einigen Tipis feucht und ungemütlich bemerkbar machte. Die Kinder meisterten diese Herausforderung aber gelassen, denn es gab tagsüber jeweils genug Sonnenstunden, um alles Nasse wieder trocknen zu lassen. Ein weiteres besonderes Ritual vollzog die Gruppe am Abend am heiligen Feuer. Dort konnte jeder einen anderen Indianer für besonders tolle gemeinnützige Taten mit einer Feder für den Kopfschmuck belohnen. Dies genossen die Kinder wie auch Erwachsenen sehr und präsentierten stolz ihre erlangten Federn. Das Holzsuchen war eine beliebte Tätigkeit um die Gemeinschaft zu unterstützen, wenn auch nicht immer freiwillig. Um die Mahlzeiten anzurichten, benötigte es eben viel Feuerholz, weswegen alle zum Holz suchen aufgefordert waren. Unser tolles Küchenteam sorgte dafür, dass die Indianer stets bei Kräften blieben. Täglich zauberten sie ein reichhaltiges Frühstück auf den Tisch und bereiteten über dem Feuer köstliche indianische Mahlzeiten für das Mittag- und Abendessen zu.

 
 


 
 

Am Freitag zum Abschluss meinte es Manitu nochmals richtig gut mit uns und liess die Sonne in voller Wärme strahlen. Die Gruppe versammelte sich ein letztes Mal um das heilige Feuer und jeder durfte sagen, was ihm in dieser Woche besonders gut gefallen hat. Danach wurde jedem Indianer eine ganz besondere Pfauenfeder feierlich überreicht. Die Waldheuler der SSW haben bewiesen, dass sie dem Indianerleben gewachsen und der Natur ein Stück näher gekommen sind. Abschliessend wurde in voller Indianerlautstärke das Lied „Ebaluele awigowigo tambo“, welches uns die ganze Woche begleitete, gesungen. Die Gemeinsamkeit und die Verbundenheit zur Natur standen in dieser Indianerlagerwoche im Zentrum. Müde, dreckig, braun gebrannt aber zufrieden kehrten alle am Freitag in die SSW zurück und die meisten freuten sich enorm auf ihr Bett, die saubere Toilette und die genüssliche Dusche.

Die Gruppe der Sonderschule Walde erlebte eine erlebnisreiche, entschleunigende, spannende und stimmungsvolle Lagerwoche im Tipicamp Krattigen. Wir beobachteten die Kinder mal von einer anderen Seite und waren zum Teil sehr erstaunt, wie gut sie die einzelnen Herausforderungen meisterten. Viele Erlebnisse werden sicher noch lange in tiefer Erinnerung bleiben.

 
   
  A. Burger & N. Reidick