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Tipi-Übernachtung der „Waldheuler"

   
 

„Ebaluele, awigowigo tambo“. So tönte es laut vom Diegenstal in Richtung Sempachersee, als die Indianer der Stiftung Sonderschule Walde, oder eben der Stamm der „Waldheuler“, beim Bauer Fritz in Rickenbach in den Tipis übernachteten. Doch der Reihe nach.

Die SSW wird Ende Mai, Anfang Juni ihr Lager in einem Tipicamp oberhalb von Krattigen im Berner Oberland durchführen. Mit Erscheinen vom vorliegenden Ruederblatt wird dies dann bereits Geschichte sein. Damit sich die Kinder, aber auch Erwachsenen, an diese Situation angewöhnen konnten, wurde vorgängig eben eine Probe-Übernachtung durchgeführt. Bis jetzt war die SSW in den Lagern immer in Hauslager untergebracht. So stellt das Übernachten in Tipis eine neue Situation dar, da Einflüsse aus der Natur und Tierwelt das Schlafen, praktisch im Freien, für einige Kinder wohl eine Herausforderung darstellen werden.

 
     
   
     
 

So starteten die Waldheuler am Donnerstag, 11. Mai am späteren Nachmittag in das Indianerabenteuer. Nachdem alles gepackt war, ging es mit den motorisierten „Hengsten“ nach Rickenbach, die Aufregung und Vorfreude war bei allen spürbar. Nach der Ankunft waren die Tipis schnell bezogen und es ging an das Auskundschaften der näheren Umgebung wie auch ans Holz sammeln. Damit rechtzeitig das Abendessen zubereitet werden konnte, wurde ein grosses Feuer entfacht. Schon traf unser bewährtes Küchenteam ein, brachte Wurstspiessli und Hörnlisalat mit, damit die Indianer ihren Hunger stillen konnten. Nachdem alle satt waren, kam der eigentliche Höhepunkt, die Indianertaufe. Jedes Kind und jeder Erwachsene bekam seinen eigenen Indianernamen, der ihn während dem Lager begleiten soll. Alle sassen gespannt um das lodernde Feuer und horchten, was da nun kommen soll. Die Häuptlinge vom Lager-OK stellten das Ritual vor. Jedes Kind stand auf, wenn es die Sprechfeder erhalten hatte, stellte seinen Namen vor und begründete, warum es diesen gewählt hat. Danach erhielt es sein persönliches Stirnband, mit dem Namen versehen und mit der ersten Feder. Zu wilden Trommelklängen und Indianergeschrei wurde ihm danach die Kriegsbemalung ins Gesicht gemalt. Welch ein bewegender Moment, nun zu den Waldheulern zu gehören und ein richtiger Indianer zu sein. Natürlich wurden auch die Betreuer getauft und mit dem entsprechenden Schmuck ausgestattet.

 

 
   
     
  Mit zwei Liedern und einer Geschichte wurde der Übergang zum Dessert geschaffen, feine Schoggibananen brutzelten in der Glut. Die nächste Herausforderung bestand, nach dem Waschen und Zähneputzen, sich für die Nachtruhe herzurichten. Bald lagen alle Indianer in ihren Schlafsäcken und die Ersten schliefen schnell ein. Manitu schickte uns aber ein erstes Zeichen der Natur, der Wind blies an die Zeltblachen, was flatternde Geräusche verursachte. Die etwas ängstlicheren Indianer krochen tiefer in den Schlafsack und andere versuchten ihre Verunsicherung mit grossen Worten zu bändigen. Es wurde gegen Mitternacht bis die Letzten in den Schlaf fielen.  
     
   
     
 

Mit zum Teil wenig Schlaf wurden die Waldheuler am morgen früh durch Vogelgezwitscher und ersten Sonnenstrahlen geweckt. Schnell machten sich alle bereit, um sich bei Bauer Fritz und seiner Frau von einem feinen Morgenessen verwöhnen zu lassen. Nach dem prächtigen Schmaus wurden die Zelte geräumt, die Kleider gepackt und die Indianer erhielten von den Häuptlingen nochmals ein paar Informationen zum bevorstehenden Lager. Mit einer Rückmelderunde, welche vorwiegend positive Feedbacks und Vorfreude auf das Lager beinhaltete, wurde die Tipi-Übernachtung abgeschlossen. Nochmals wurde das Lied Ebaluele angestimmt und alle sangen, so laut sie konnten mit. Mit den motorisierten Kutschen ging es gegen Mittag wieder zurück nach Walde, wo die Indianer, nach einem ereignisreichen Abenteuer zum Mittagessen übergehen konnten. Wohl müde, aber um viele Erfahrungen reicher, wurden die Kinder am späteren Nachmittag ins wohlverdiente Wochenende entlassen und vermutlich hallte es bei einigen Waldheulern noch lange nach: „Ebaluele, awigowigo tambo“.

 
     
   
 

 

 
  B. Imboden