Erlebnisreiche Filmwoche

Was lange währt, wird endlich durchgeführt oder Vorfreude ist die schönste Freude. Was im letzten Schuljahr im Mai coronabedingt nicht mehr möglich war, konnte Ende September doch noch durchgeführt werden. Im Rahmen des Filmprojekts der SSW wurde die Umsetzung eines Realfilms Wahrheit. Mit Unterstützung durch Crossfade stand die letzte Woche vor den Herbstferien ganz unter dem Motto Storybuch, Casting, Kamera läuft, Ton läuft und Action, was von allen Beteiligten viel Ausdauer, Respekt und Nerven benötigte. Aber die ganze Filmerei macht auch viel Spass und es wurde allen bewusst, was es alles benötigt, bis ein Film «im Kasten» ist.

Zu Beginn der Woche wurden drei Storybücher erstellt, welche jeweils eine Szene im ganzen Realfilm darstellen sollen. Unter dem Titel Respekt waren die Geschichten aus unserem Alltag bald ausgedacht, damit an den folgenden drei Tagen gefilmt werden konnte.

Die erste Gruppe durfte am Dienstag ran, der Drehort wurde bei der Bushaltestelle eingerichtet, die Dialoge der Schauspieler geklärt und bestimmt, wer die Verantwortung in der Regie, an der Kamera und am Ton hatte. Am Mittwoch wurde das Filmset auf dem Spielplatz eingerichtet, damit das Drehbuch der zweiten Gruppe in der richtigen Umgebung gefilmt werden konnte. Die dritte Gruppe nahm ihre Sequenzen am Donnerstag im Wohnraum einer Wohngruppe auf, damit ihr Storybuch der Situation entsprechend gedreht werden konnte. Der Freitagvormittag wurde dann genutzt, um die Szenen des «Respectors» im Essraum zu filmen. Daneben durfte jede Gruppe sich mit der Kunst des Filmschnitts beschäftigen, indem sie ihr eigener Film mit den gelungenen Szenen am Computer zurechtschneiden konnten.

Schnell wurde jeden Tag in jedem Filmset klar, dass die einzelnen Sequenzen mehrmals wiederholt werden mussten, bis sie richtig sassen. Mal waren es die Kameraeinstellung, mal störende Geräusche oder dann die Dialoge, welche nicht passten, damit die Szenen wiederholt werden mussten. Umso erstaunlicher war es, dass die Kinder mit der Zeit lernten, Geduld zu haben, den nötigen Respekt zu wahren und wieder und wieder bereit zu sein, sei es als Schauspieler, hinter der Kamera, am Ton oder als Regisseur. Auch war es spannend zu beobachten, dass respektlose Szenen miteinander schwierig zu spielen sind, als sonst im Institutionsalltag situationsbedingt zu erleben. Schlussendlich waren aber Ende Woche alle stolz auf das, was sie geleistet hatten und welche Erfahrungen sie mit dem Filmdreh sammeln durften. Die Müdigkeit wurde ebenso spürbarer und alle hatten die erholenden Herbstferien verdient.

Die Kinder, welche nicht direkt am Filmset eingeteilt waren, beschäftigten sich unter der Begleitung der Sozialpädagogik mit Kinoeintritte erstellen, Popcorntüten basteln oder durften sich im Wald austoben wie auch miteinander Spiele machen. Speziell war in der Filmwoche, dass alle Kinder und Erwachsene von unserem Küchenteam kulinarisch bestens verwöhnt wurden. Gemeinsam nahmen wir jeweils die Morgen-, Mittag- und Abendessen im Mehrzweckraum ein, welche allesamt der ganzen Filmequipe hervorragend schmeckte.

Ein spezieller Höhepunkt bildete der Mittwochabend, die Kinder konnten zum ersten Mal die vier Animationsfilme sehen, welche Anfang März gedreht wurden. Welche eine freudige Überraschung, die fertigen Produkte zu sehen, welche damals auch mit sehr viel Aufwand und Geduld erstellt wurden. In vielen Gesichter war sichtlich Freude und Stolz zu sehen.

Nun ist der Realfilm mit dem Titel «Back to Respect» abgedreht und das Filmprojekt der SSW neigt sich dem Ende zu. Ein letzter Höhepunkt folgt am Anfang November, wenn die grosse Filmpremiere mit allen geladenen Gästen im Cinema8 in Schöftland ansteht. Wir freuen uns und sind gespannt!