Wie Puppen Sprechen lernen

Puppenspiel und Tai-Chi mit 100 Handpuppen

In der Sonderschule Walde war in der letzten Aprilwoche für einen Realienanlass ein professioneller Puppenspieler, Herr Daniel Süssli aus Dättwil (Baden) in der Mittelstufe zu Gast. Leitthema war es die Schüler bezüglich ihrer Persönlichkeitsentwicklung an die Themen Gestik und Mimik mittels des Einsatzes von therapeutischen Handpuppen heranzuführen. Mit über 100 verschiedenen Puppen aus der Märchen- und Tierwelt konnte Daniel Süssli die Schüler begeistern.

In einem ersten Schritt wurde in die Tierwelt eingetaucht, wobei jedes Kind seine Tierpuppe auswählen und zu sich nehmen konnte. Erste Mimik konnte geübt werden und oft war ein Schmunzeln nicht zu verkneifen ob dem Aussehen des Tiers oder der Mienen der Kinder.

In einem zweiten Schritt, noch vor der verdienten Pause, haben sich die Handpuppen vorgestellt. Die Kinder selbst durften dann nach eigener Wahl zunächst alleine und später im Team die Puppen bewegen und mittels der Kunst des Bauchredens auch zum Sprechen bringen oder mit Gestiken ihrer Stimmung Ausdruck geben.

Zur Auflockerung, aber auch als Bewegungsübung für die grossen Handpuppen zeigte Daniel Süssli einfache Tai-Chi-Übungen vor, welche die Schüler sogleich selber und mit ihren Puppen ausprobierten.

Bei der Auswertung dieses Puppen-Seminars am Folgetag haben die Schüler allesamt sich positiv, ja geradezu begeistert über diesen aussergewöhnlichen Unterricht geäussert.

Folgende beispielhafte Aussagen machten die Schüler zu ihren Eindrücken: Ein Schüler meinte: «Ich habe gelernt, dass das Puppenspiel und die Teamarbeit im Rahmen einer Aufführung gar nicht so leicht sind.» Eine Schülerin erklärte: «Das man die Mimik und damit die Emotionen mit Puppen gut zeigen kann.» Für einen anderen Schüler war es hilfreich über die verschiedenen Handzeichen mehr über die Bedeutung der Gestik zu erfahren.

Der Klassenlehrer erkennt in der magischen Ausstrahlung der Puppen die Chance für den Schüler, bisher unterdrückte Gefühle, Gedanken und Empfindungen besser auszudrücken und ihnen eine Bühne zu geben. Sicherlich wird dieser Tag lange noch in der Erinnerung der Schüler als das Erlebnis «Wie ich meine Puppe zum Sprechen brachte» bleiben.

R. Lückhardt